Walkmaer

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Mittwoch, 9. August 2017

Traditionelle, seemännische Handarbeit



Zur Entspannung: Bastelei, eigentlich nur, um das schöne Werkzeug zu benutzen. 




Rundbeutel aus schwerem Segeltuch, zu Hause auf der Maschine vorgenäht.
Geht schnell und ist einfach.




Liektau annähen, damit wurden traditionelle Segel komplett eingefasst. War eine harte Arbeit, bei den vielen Metern. 






Kauschen wurden eigentlich mit Tauwerk Grummets eigesetzt, langwierig herzustellen, war zu ungeduldig und so wurden es nur Alu O-Ringe, Technik ist identisch.








Griff aus dem gleichen Material wie das Liektau, altes, geschlagenes, verwittertes Poli-Material. Optisch und haptisch grossartig, man muss nur lange warten bis irgendjemand sein altes Tauwerk wegwirft. Neues Material geht leider nicht. 




Schiffsname mit Schraubendreher in feuchtes 5mm Kernleder geklopft und mit Hohlnieten befestigt.



Strandgut... Schwimmer vom Fischernetz als Deko.




 Fertig.

Etwas kitschiger als sonst, aber drei entspannende Stunden in der Sonne mit traditioneller Handarbeit verbracht.




Jetzt noch 30nm am Tampen hinter dem Boot schleppen, 10 Tage in der Sonne bleichen lassen und er sieht aus, als käme er direkt von der Bounty.




Korsör - Vejrö

Am Dienstag morgen, ging es dann auch gleich ungeduldig weiter Richtung Süden mit Ziel Vejrö, unsere alt bekannte Lieblingsinsel.

Wir laufen um 0530 aus, vorbei an der dänischen Marine und können fast sofort Segel setzten und unseren Kurs durch den Agersö-Sund anliegen lassen.



Der Wind ist schwach und so hart am Wind laufen wir kaum 4 kn... aber es ist herrlich, in den Sonnenaufgang hinein zu segeln.

Vorbei an Fischern, die ihre Reusen stellen, treiben wir langsam den Agersö Sund hinunter.



Am Ausgang des Sundes frischt der Wind auf und wir müssen noch etwas härter ran, die Wellen nehmen zu und nach kurzer Zeit liegen wir bereits wieder hart auf der Backe, aber kommen sehr gut voran und unser Vorschiff bleibt von Wasser verschont.

Kurz vor Vejrö müssen wir noch zwei Kreuzschläge einbauen, um die Untiefe im Nordosten der Insel zu runden, nehmen kurz vor dem Hafen die Segel runter, legen Fender und Festmacher, fahren langsam und umsichtig in die Hafeneinfahrt......  und laufen auf Steine!!!




Vollgas zurück, gleich wieder frei, wohl ausser angekratztem Selbstbewusstsein nichts passiert... Anleger wird ebenfalls eher mässig.... aber wir sind fest.










Samsö - Korsör

Das tolle am Segeln ist, dass man hin und wieder Menschen kennenlernt, bei denen man sich wünscht, dass es auch am Ende der Segelsaison ein Wiedersehen gibt!  So ging es uns nach Anholt und Langör. Nach sehr netten gemeinsamen Tagen verbrachten wir noch einen wunderschönen letzten Abend mit der Crew der Fröken Fie, einer ungewöhnlich schnittigen Forby, in dem kleinen Hafenlokal in Langör.











Am Montag, 07.08.17, um 5.00 Uhr verlassen wir Langör in Richtung Süden.




Nach der etwas kniffeligen Ausfahrt kommen wir hart am Wind und bei bestem Wetter gut voran.
Herrliches Segeln bei Sonnenaufgang. Das Schiff läuft gut, kaum Welle und wir sind allein, soweit das Auge reicht.
Leider währt das Vergnügen nur ca. 2 Stunden.

Roesnaes Puller zeigt sich wieder einmal als das Kap Hoorn des Großen Beltes.
Plötzlich tauchen erstaunliche Wellen auf, gleichzeitig treffen sich mehrere Großschifffahrtslinien, der Wind nimmt zu und dreht noch ein wenig gegen uns.
Auf Höhe Kerteminde zeigt sich, wie kleine Nachlässigkeiten an Bord sich zu unangenehmen Situationen verdichten können. Das neue Vorluk war uns schon bei Antritt der Reise suspekt und der Unterliekstrecker des Großsegels war ein Provisorium.

Bei Zunahme der Wellen an der Kreuz stand wegen schwerer Seen das Vordeck praktisch ständig unter Wasser und die Vorluke entpuppte sich als ungefähr so dicht, wie ein Melitta-Filter. Horizontales Wasser schoss bei jeder Welle bis in den Salon. Vorschiff und Betten waren komplett durchnässt. Während wir leise fluchend versuchten, die Situation zu bereinigen, löste sich der Unterliekstrecker, riss auch gleich noch den Schothornrutscher aus der Nut und wir fanden uns wieder mit patschnassem Schiff, unkontrolliert flatterndem Großsegel, riesigen Wellen, Wind von 5-6 auf die Nase und extrem schlechter Laune an Bord.

Die Schäden so weit in den Griff bekommen humpelten wir bei weiter zunehmenden Seegang durch die Belt-Brücke und kamen total erledigt in Korsör an.






















Notwenige Einkäufe im zwei Kilometer entfernten Brugsen erledigt, Spaghetti gekocht und schlafen gegangen.

Sonntag, 6. August 2017

Samsö und die Kartoffeln


Wie die kleinen Hummer auf Anholt, sind hier auf Samsö die kleinen Insel-Kartoffeln der Knaller! Man bekommt sie nicht nur im Brugsen, sondern auch überall an den Strassen und Wegen.



In jeder Variation lecker, das war allerdings die Beste! Oma's Kartoffelpuffer.... 












Eingeweht auf Samsö


Angekommen in  Langör nach 5 Stunden Motorfahrt voll gegenan. Gutes Timing, denn der ansonsten sehr volle Hafen leert sich gerade in dem Moment, als wir einlaufen. Die Sonne scheint, für die nächsten Tage soll es aber leider anders aussehen. Starkwind und Regen sind angesagt. Egal, wir liegen hier super schön. Auch die Abende werden zunächst nicht langweilig, mit sehr netter Live-Musik in der "Hafenkneipe" verbringen wir zusammen mit anderen Hamburgern einen fröhlichen Abend.

Wie vorhergesagt wird das Wetter in den folgenden Tagen nun richtig schlecht - Regen und Starkwind um die 35 kn. Der gesamte Hafen liegt extrem unruhig, die Schiffe rucken so stark ein, dass diverse Vorleinen brechen. Wir verschenken einen unserer Rückdämpfer, um die Nacht für einen Hamburger Alleinsegler erträglicher zu machen. 






Nun haben auch wir zum ersten Mal seit fünf Jahren die Kuchenbude wieder aufgebaut. 


Am Samstag, 05.08.17 war es dann zwar immer noch ziemlich windig, doch wenigstens der Regen hatte nachgelassen. Mit Fahrrädern erkunden wir die wunderschöne Insel. 

 

 

 


 












Mittwoch, 2. August 2017

Grenaa - Langör

Am Mittwoch morgen, 02.08.17, starten wir völlig ausgeruht um 05.00 Uhr Richtung Samsö. Das schönste an Grenaa ist die Abfahrt und der Sonnenaufgang.



Unser Ziel: Langör, Nord-Samsö, wahrscheinlich der Hafen mit der spektakulärsten Lage. 





Tschüss Anholt

Am Mittwoch, 01.08.17, ist das Wetter nach zwei verregneten Tagen wieder großartig. Wir verbringen den Vormittag mit Sekt am Strand bevor es am Nachmittag wieder Richtung Süden gehen soll.





Nachdem unser Schiff seeklar ist, sitzen wir noch etwas im Cockpit und geniessen den Anblick von Anholt im Sonnenschein. 











Gegen 13.00 Uhr verlassen wir die Insel. Die Windprognose für die nächsten Tage ist nicht günstig und wir müssen zusehen, dass wir wieder etwas Süd gewinnen. 

Es herrscht absolute Flaute, wir motoren Richtung Grenaa. Der Autopilot fährt, wir können faul in der Sonne liegen. 







Den Kurs haben wir nach Karte parallel entlang der Windparkgrenze abgesetzt. Wohl etwas zu genau....  Wir werden aufgeschreckt durch seltsames Zischen und finden uns so nahe an den Windrädern, dass die Rotoren fast unseren Mast köpfen. 

Gegen 18.15 Uhr laufen wir in Grenaa ein, vergeigen den Anleger und finden verständlicherweise den Hafen auch sofort unsympathisch. Nudeln warm gemacht und zur Strafe um 20.00 Uhr ins Bett.