Walkmaer

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Dienstag, 23. August 2016

Hiddensee - Darßer Ort - Warnemünde

Wir verlassen unwillig am Sonntag, 21.08.16, 0730 Uhr, den Hafen von Kloster. Es ist ungemütlich und unglaublich neblig. Zum ersten Mal sind wir froh unsere Karten digital auf dem iPad zu haben, weil in den engen Tonnenwegen die Tonnenpaare soweit auseinander stehen, dass wir im Nebel das jeweils nächste nicht erkennen können. Nach ca. einer Stunde runden wir die Untiefe nördlich von Hiddensee, der Himmel reißt auf und wir setzen den Pinnenpiloten, legen uns ins Cockpit in die Sonne und motoren gegenan Richtung Darßer Ort, den wir gegen 1330 Uhr erreichen. 

Die Ansteuerung ist unproblematisch, die Rinne gut betont, auch wenn drei Meter neben dem Schiff, die Möven im Wasser stehen. Beim Einlaufen sind wir das einzige Schiff. Wir fangen eine der ausgelegten Heckbojen mit unserem großen Hacken und liegen idyllisch in dem geschützten Hafen, der fast wie ein Binnensee wirkt. 






Der Hafenmeister ist morgens zwischen 0700 und 0900 Uhr anwesend und man muss den Hafen auch bis 0900 Uhr verlassen haben. Neben den verträglichen € 13.-- Liegegebühren muss ein Grund für den Notstopp angeben werden: "Meine Frau wollte nicht mehr weiter, was soll ich sagen, Meuterei?" 

"Nein", meint der Hafenmeister, "das nennen wir Erschöpfung der Crew! Gute Fahrt und bis zum nächsten Mal."Sehr sympathisch und problemlos. 

Abends kochen wir uns aus unserem Pökelfass ein leckeres asiatisches Rindfleisch und gehen früh schlafen. Wir schrecken noch einmal kurz hoch, als ein motorloser Schärenkreuzer uns beim Anlegen am Heck rammt. Passiert ist nichts, die Nacht verbringen wir unter Moskito Vollschutz. 

Um 0730 laufen wir mit Ziel Warnemünde aus. 



Nach Rundung der Nordspitze Darßer Ort können wir 215° hart am Wind halten und segeln bei hervorkommender Sonne dicht unter der Küste in Richtung Warnemünde. Die See ist voller Blaualgen, deren Teppiche teilweise so hell erscheinen, dass wir glauben auf Sandbänke zu zu fahren.   Die Höhe der See nimmt stetig zu und die letzten zwei Stunden können wir den Kurs nicht mehr halten, nehmen wir die Genua weg und motoren unter Groß und heftigem Geschaukel auf die Marina Hohe Düne zu. 



Fest auf unserem üblichen Platz gegen 1400 Uhr. 





Hiddensee


Endlich wird das Wetter besser und wir können, gefühlt das erste Mal auf dieser Reise, tatsächlich in der warmen Sonne sitzen. Dazu kommt die einzigartige Atmosphäre der Insel, die wir jetzt das erste Mal besucht haben. Keine Autos, nur Pferdefuhrwerke und Fahrräder. 




Unverkennbar das ostdeutsche Erbe, die Zeit scheint hier still gestanden zu sein. Auch die zahlreichen Feriengäste und Tagestouristen kommen hauptsächlich aus den östlichen Bundesländern. Alles hat eine Unaufgeregtheit und Einfachheit, die uns sehr gefällt. Dazu kommt die einzigartige Landschaft, lange Sandstrände und Dünen, Heidelandschaften, Kiefernwälder auf Sandboden. 
Einfach traumhaft!







Wir leihen uns Fahrräder, radeln stundenlang über die Insel, sitzen in der Mittagssonne am Strand und trinken Rotwein, schwimmen, malen und können richtig entspannen. Nachmittags zurück zum Boot, vorbei an kleinen reetgedeckten Ferienhäusern. 







Wir finden viele architektonisch interessante Häuser aus den 20iger Jahren als Hiddensee bereits eine Hochzeit  in der Beliebtheit der Künstlerszene erlebte. Fazit: Gerhard Hauptmann schien hier eher unbeliebt gewesen zu sein (wobei sein Weinkeller schon sehr beeindruckend war, wie man in seinem Haus noch heute sehen kann), Ringelnatz und Asta Nielsen hingegen waren lebensfrohe, trinkfeste Gesellen. 




Wir bleiben insgesamt vier Tage und treffen am letzten Tag auch noch gute Freunde auf ein Bier und Sekt in Willi's Fischbarkasse. 








Klintholm - Hiddensee

Am 16.08.16, 0730 Uhr, ablegen und auslaufen Klintholm Richtung Hiddensee. Schwacher Westwind von Achtern mit einer gemeinen Altsee, Wetter bedeckt und wechselhaft, wie es jetzt hier im Hochsommer üblich zu sein scheint. Windfinder verspricht Sonne auf Hiddensee. Die ersten 32 der insgesamt 38 sm verlaufen relativ entspannt und wir kommen bei den Bedingungen problemlos über den Verkehrstrennungsweg. Als wir die Nordspitze Hiddensee umrunden verschlechtert sich das Wetter zunehmend.


Die letzten zwei Meilen der Ansteuerung auf Kloster geht eine Böenwalze über uns hinweg, Windstärke um 7, waagerechter Regen, fast null Sicht und wir laufen mit zwei anderen Yachten auf engstem Raum durch den schmalen Tonnenweg. Dazu kommen von Achtern Wassertaxis in Verdrängerfahrt mit entsprechendem Schwell und die regulären Fähren, die in der schmalen Rinne sehr robust ihr Vorfahrtsrecht durchsetzen.

Zweihundert Meter vor dem Hafen Kloster ist die Front durch und bei bestem Rückseitenwetter laufen wir mit Regen und Sonnenschein in den kleinen Hafen ein. Der patente Hafenmeister steht mit Regenschirm am Stegkopf und weist uns freie Plätze zu. Perfekter Service!


Um 1430 Uhr sind wir fest.

Montag, 15. August 2016

Praestö - Klintholm

Um 0800 Uhr machen wir die Leinen los und navigieren vorsichtig wieder aus dem engen und flachen Praestö-Fjord heraus. Der Wind ist, wie versprochen, mässig, das Wetter, wie immer in den letzten Tagen, trübe. Nach der Ansteuerung Praestö gehen wir auf Kurs Nordspitze Mön und überqueren die Faxe-Bucht.

Auf dem Weg nimmt der Wind erfreulicherweise zu, so dass wir nur unter Großsegel auf unsere üblichen 5 - 6 kn Marschfahrt kommen.

Pünktlich vor den Kreidefelsen reißt der Himmel auf. Unter Sonnenschein und anständigem Wind passieren wir das bekannte Kliff.



Der Wind wird jetzt, auch durch die Abdeckung, unglaublich böig und wir haben mit Momenten von Totalflaute und plötzlichen Fallwinden von über 25 kn zu kämpfen. Zusätzlich müssen wir jetzt für die Rundung des Kaps hoch an den Wind und später dann in Richtung Klintholm mühsam aufkreuzen.

Der Hafen ist bereits rappelvoll, alleine mit uns zusammen laufen zeitgleich sechs andere Boote ein. Wir erwischen noch eine der letzten schönen, schmalen Boxen. Am Horizont ziehen wieder die uns begleitenden Wolkentürme auf.



Nach dem Spaziergang zum nahegelegenen Köpman und zum Havnkontor, schaffen wir es gerade noch das Tarp über das Cockpit zu bekommen, bevor wieder einmal die Welt untergeht.

Unter diesen Umständen brauchen wir dringend etwas Herzhaftes. Voller Spannung öffnen wir das zu Hause von unserem Schlachter in einem großen Tupperfass eingelegte Pökelfleisch. Drei Stücke à ca. 500 g begleiten uns auf dieser Reise.Wir wollen ausprobieren, wie haltbar und schmackhaft dieser Jahrhunderte alte Standard der Seemannsküche ist.


Als erstes Gericht haben wir klassischerweise Labskaus ausgewählt.


Das Fleisch haben wir zunächst 30 Min. im Schnellkochtopf gekocht und dann in kleine Stücke geschnitten. 



Die Kartoffeln werden dann in dem Fleischwasser weich gekocht und anschließend zerstampft. 



In der Pfanne werden dann die Zwiebeln angeschmort und das kleingeschnittene Fleisch hinzugegeben. Mit der Flüssigkeit von den Gewürzgurken und der rote Beete noch einmal ca. 15 min. einkochen lassen und danach mit dem Kartoffelbrei vermischen. Klein geschnittene Gewürzgurken dazu, Spiegeleier braten und Rollmöpse dazu. Fertig ist das köstliche Seemannsmahl!






Samstag, 13. August 2016

Wir finden das Mutterschiff des dänischen Designs

In jedem dänischen Hafen zieht es uns magisch und unvermeidlich zu Secondhand-Shops auf der Suche an dänischem Teak. Auf unserem Weg durch Praestö können wir unseren Augen kam trauen: Ein ganzer Laden vollgestopft mit Jens H. Quistgaard Stücken!!!! 

Der Besitzer entpuppt sich als persönlicher Freund des Designers und wir bekommen in einer Stunde so viele Geschichten, Informationen und Hintergründe, wie sie uns bisher nicht einmal das Internet bieten konnte. 

Benny Hansen war in früheren Zeiten Verkäufer für dieses dänische Design in Deutschland und hat aus dieser Zeit noch einen erheblichen Fundus sowie ein unglaubliches Fachwissen. (www.teakpepper.com)

Eine der lustigen Anekdoten, die er uns erzählte, handelte von seiner persönlichen Bekanntschaft mit Quistgaard: Während sie in dessen Haus zusammensassen und sich Portwein trinkend näher kamen, fragte Benny den Meister, ob sie sich nicht duzen wollen. Quistgaard hat nach anfänglichem Ablehnen eingewilligt. 

Für uns in sofern neu und erstaunlich, weil wir immer davon ausgingen, dass es in der dänischen Sprache eine dem deutschen vergleichbare Höflichkeitsunterscheidungen zwischen Sie und Du gar nicht gibt. Das ist wohl aber erst in neuester Zeit so. 



Quistgaard Teak Design


Quistgaard Kochgeschirr



Dänische Pfeffermühlen


Leider, aber verständlicherweise, sind die Preise für diese Stücke extrem hoch, seit man auch jenseits des Atlantiks das dänische Design zu schätzen weiß. In den USA gehen Quistgaard Pfeffermühlen schon einmal für über $ 1.000,-- über den Tisch, bei Schalen und Tabletts sieht es ähnlich aus.

Wir erstehen immerhin einige schöne Stücke: Zwei Nissin Pfeffermühlen und eine große Schale, für die wir zwar recht viel zahlen mussten, aber im Gegenzug finden wir in den Secondhand-Shops noch weitere, extrem günstige Bretter.

Damit ist dieser Tag für uns ein voller Erfolg!







Als i-Tüpfelchen gab es noch ein Heljestrand 30 Rasiermesser im Neuzustand.




Von Stege nach Praestö

Freitag, 12.08.16, 0700 Uhr Abfahrt von Stege mit Ziel Praestö. Angekündigt ist ein fast windstiller Tag. Der nächste Tag soll bereits wieder Wind von weit jenseits 20 kn erreichen und wir haben uns Praestö ausgesucht, um sicher zu liegen und den Wind abzuwettern. 

Der Morgen ist mal wieder lausekalt und wieder vermissen wir Handschuhe an Bord. Unfasslich für August! Der Bogoestrom öffnet sich hier in Richtung der Faxebucht wie ein Flussdelta. Weitläufig, aber extrem flach und nur mit Vorsicht zu navigieren. Die wenigen Seezeichen gehen komplett unter in einem Meer von Reusen-und Netzfahnen. Wir schauen besorgt auf das Seegras, da wir keinen Seewasserfilter haben. Kurz hinter Stege passieren wir Lindholm, eine verbotene Insel. Hier befindet sich die tiermedizinische Versuchsanstalt für Maul- und Klauenseuche. 





Zusammen mit dem diesigen Morgen ergibt sich eine etwas gruselige Atmosphäre. 

Der Wind ist tatsächlich komplett eingeschlafen und wir motoren die Tonnenwege entlang, die recht weit in die Faxebucht hineinreichen, bevor wir in Richtung Nordwest und dann später West auf die Einfahrt zum Praestö-Fjord zuhalten können. 

Die Einfahrt sieht auf der Karte dramatischer aus, als sie am Ende wirklich ist. Optisch wirkt es ein bisschen wie auf der Schlei. Beim Einlaufen steht sofort ein netter Hafenmeister auf dem Steg und weist uns einen perfekten Platz, mit dem Bug zum Wind und bestens hinter einer riesigen Steinmole geschützt, zu. 





Als schöne Zugabe liegen wir praktisch direkt am Havnekontor und somit auch direkt unter dem WLan-Router. 




                 



Praestö erweist sich als charmanter, typisch dänischer Ort. Im Gegensatz zu vielen Städten auf Lolland scheint hier durch den Tourismus von Mön die Landflucht und Verödung der Orte verhindert worden zu sein. Die Häuser sind alle sehr gepflegt, modernisiert ohne das Ursprüngliche zu verlieren und die Geschäfte sind deutlich stillvoller. Es gibt viele Kunsthandwerker und Galerien sowie Antiquitätenläden.







Am Hafen, der sich durch alte Lagerhäuser noch einen sehr ursprüngliches Bild bewahrt hat, finden sich erstaunliche viele "coole" Restaurants und Bistros. Zur Zeit wohl durch das Ende der dänischen Ferien schon wenig besucht und teilweise geschlossen, aber immerhin!





Das Omnia-Kochstudio

Schwein ist in Dänemark immer gut; beim Gang durch den Brugsen fanden wir dazu noch frische Pfifferlinge und grünen Spargel. Damit stand das Menü für den Abend und auf Wunsch einer Leserin wird im Omina gekocht. 




Kartoffeln, Möhren und rote Zwiebeln (ganz fein)  geschält und geschnitten in den Omnia. Aufgegossen mit Sahne und etwas Wasser im Omnia kochen bis das Gemüse fast gar ist und die Zwiebeln verschwunden sind.


Das Fleisch in Medaillons geschnitten und in einer einer Trockenmarinade aus Paprika, Salz, Pfeffer, Chilli gewälzt. Fleisch mit größeren Speckstreichen und frischem Rosmarin in der Pfanne rund um braun gebraten.



Fleisch auf das Gemüsebett im Omnia legen und mit Speck bedecken. Auf kleiner Stufe weiter ziehen lassen. In der Pfanne Pfifferlinge und Spargel in Butter andünsten.


Super lecker und das schlechte Wetter ist fast vergessen!

Donnerstag, 11. August 2016

Weiter Richtung Osten

Weil wir in Vordingborg nicht einwehen wollen, geht es um 9.00 Uhr weiter in Richtung Osten.


Wir wollen in den Bögestrom. Diese Gegend kennen wir noch gar nicht und es eröffnet den Weg in die Faxebucht. Die Navigation ist anspruchsvoll, teilweise extrem flach aber immerhin entgehen wir hier hinter den Inseln dem immer noch vorhandenen Seegang. Der Wind bleibt so wechselhaft wie am Vortag; Schwachwind wechselt mit 25 kn Böen im 10 Minuten Takt. Wir wählen uns Stege als Ziel. Der Ort soll nett sein und bietet vernünftigen Internet-Zugang.

Uns begleiten diesmal auf der Fahrt die Seekarten auf dem iPad. Eine wirklich große Hilfe in diesen Gewässern. Auch wenn der Kapitän lieber immer noch seine Papierkarten neben sich liegen hat. Die Kälte nimmt zu und nervt. Man fühlt sich wie im Oktober an der Nordsee.

In Stege finden wir im Nordhafen einen schönen Platz mit der Nase im Wind.






Beim Bummel durch die Stadt entpuppt sich Stege als süße, kleine Oase mit vielen Galerien. Ein großer Unterschied zu Vordingborg, wohl dem Tourismus auf Mön geschuldet. Wir haben einen schönen Brugsen gleich um die Ecke und da das Wetter schon wieder schlechter wird, kaufen wir  für einen gemütlichen Kochabend unter Deck ein.





Der Wind bestimmt die Richtung


Um 9.00 Uhr haben wir am Mittwoch, 10.08.16, in Vejrö abgelegt. Den meisten der deutschen Yachten steht die Heimreise gegen einen Westwind mit über 20 kn bevor. Dem entsprechend wenig Boote laufen aus. Das übliche Bild: Die Skipper stehen in kleinen Gruppen auf den Stegen, gucken in die Wolken und kratzen sich am Kinn.

Unser Ziel ist Vordingborg - unangenehm genug - aber den Wind von Achtern. Wir binden ein Reff ins Groß, legen einen tadellosen Ableger hin, setzen das Groß noch im Vorhaben und gehen sofort nach der Ausfahrt auf Kurs.



Die Seen sind gigantisch. Wir riggen ein Bullenstander und laufen nur unter gerefftem Groß bis zu 8,5 kn im Surf. Diese Besegelung fordert konzentriertes Steuern, weil der ungünstige Segeldruckpunkt uns ständig nach Luv schlagen will. Aber das Segel steht sehr ruhig, nichts flattert, das Rick wird nicht belastet und wir sind schnell. 

Es ist lause kalt, schönes Segeln ist anders, sagt die Bordfrau.

Wir erreichen die Vordingbord Brücke in gut 2,5 Std. Unterwegs sammeln wir noch den englischen Einbandsegler ein, der fast eine Stunde vor uns abgelegt hatte. 

Hinter der Brücke queren wir das verkrautete Flach Richtung Vordingborg; Gott lob unter Segeln, ohne uns wieder den Wärmetauscher zu verstopfen. Das hatten wir hier schon vor fünf Jahren bei der letzten Durchfahrt. 

Beim Anlaufen legt der Wind freundlicherweise noch einmal zu und wir laufen bei gut 25 kn Wind in einem vollkommen überfüllten Hafen ein. Anleger bei denen man froh ist, dass eine Haftpflichtversicherung besteht. 

Wir finden eine Box, die mit Wind von hinten und Rückwärtsgang auf Halbgas anlaufen können. Anleger klappt geschmeidig. 

Das Wetter  bleibt fies. Kurze Windstille mit fünf Minuten Sonnenschein wechseln sich ab mit 25 kn Windböen und kurzen Schauern. Der Wind hat eine irgendwie hinterhältige Qualität, die wir jetzt nach dem dritten Tag anfangen, persönlich zu nehmen. Überall liegen deutsche Yachten mit bis zu fünf Hafengebühr-Stickern von Vordingborg am Bug, alle genervt und offensichtlich in Zeitnot. 

Wir gehen bummeln, kaufen ein und kochen uns gefüllte Paprikaschoten mit Rosmarinreis. Nach zwei Gin zum Nachtisch fallen wir todmüde ins Bett.

Warum Vejrö?!

Wir sind seit acht Jahren in jedem unserer Urlaube immer für einige Tage auf dieser Insel. In dieser Zeit hat sie sich entwickelt und verändert, aber nie zum Nachteil.

Seit die letzten Bewohner weggezogen sind und ein dänischer Privatinvestor die Insel bewirtschaftet, entsteht eine Oase der Ruhe.

Das Haupthaus wurde ausgebaut und mit einer kleinen, aber feinen Ein-Sterne-Küche ausgestattet. Das Sanitärgebäude wurden neu gebaut und bietet inzwischen das schönste Badezimmer, das ein Segler sich auf Reisen wünschen kann. Die organische Landwirtschaft wurde weiter entwickelt. Außer der Tierhaltung gibt es inzwischen zwei große Gewächshäuser, in denen Gemüse gezogen wird.











Das alles in einer so ansprechend, unaufgeregten und stilvollen Art, dass einem das Herz aufgeht. Alle Wege rund um die Insel, alle Wiesen und Grasflächen um die wenigen Unterkünfte, in denen wir in all den Jahren noch nie Bewohner gesehen haben, deren Türen aber immer unverschlossen sind und die alle sterbensschön und stillsicher eingerichtet sind, werden von unsichtbarer Hand stets besser gepflegt, als unser kleiner Garten zu Hause.




Der Hafen ist meist recht leer. Das liegt vermutlich an den, auf den ersten Blick, sehr hohen Liegeplatzgebühren. Für unser kleines Schiff (9,20m) zahlen wir hier mittlerweile DKK 350,--. Hierbei ist auf jeden Fall zu berücksichtigen, dass es keine weiteren Zusatzkosten gibt. Fahrräder, Tennisschläger, riesiger Spielplatz, diverse Spiele, Waschmaschine und Trockner, Grillkohle ..... alles inklusive. Warum das Segler abhält, die in der Ein-Familienhaus-Klasse unterwegs sind, bleibt uns ein Rätsel.





Auf der Insel selbst begegnet man außer einigen mit der Landwirtschaft betreuten jungen Leuten, die mit Quads, riesigen Rasenmähern, Treckern und anderem landwirtschaftlichen Gerät unterwegs sind, nur den wenigen Seglern.

Die Versorgung ist sparsam - oder wie es in den Hafenhandbüchern heißt "eingeschränkte Versorgungsmöglichkeit". Es gibt im Kühlschrank des Haupthauses Fleisch von der Insel, Gemüse und selbst gebackene Brötchen. Das kann im Falle unvorhergesehenen Einwehens schon einmal problematisch werden, wie wir zeitweise feststellen mussten. Seitdem kommen wir hier immer "ausgerüstet" an.

... und der schönste Arbeitsplatz ist es allemal!