Auf dem Weg nimmt der Wind erfreulicherweise zu, so dass wir nur unter Großsegel auf unsere üblichen 5 - 6 kn Marschfahrt kommen.
Pünktlich vor den Kreidefelsen reißt der Himmel auf. Unter Sonnenschein und anständigem Wind passieren wir das bekannte Kliff.
Der Wind wird jetzt, auch durch die Abdeckung, unglaublich böig und wir haben mit Momenten von Totalflaute und plötzlichen Fallwinden von über 25 kn zu kämpfen. Zusätzlich müssen wir jetzt für die Rundung des Kaps hoch an den Wind und später dann in Richtung Klintholm mühsam aufkreuzen.
Der Hafen ist bereits rappelvoll, alleine mit uns zusammen laufen zeitgleich sechs andere Boote ein. Wir erwischen noch eine der letzten schönen, schmalen Boxen. Am Horizont ziehen wieder die uns begleitenden Wolkentürme auf.
Nach dem Spaziergang zum nahegelegenen Köpman und zum Havnkontor, schaffen wir es gerade noch das Tarp über das Cockpit zu bekommen, bevor wieder einmal die Welt untergeht.
Unter diesen Umständen brauchen wir dringend etwas Herzhaftes. Voller Spannung öffnen wir das zu Hause von unserem Schlachter in einem großen Tupperfass eingelegte Pökelfleisch. Drei Stücke à ca. 500 g begleiten uns auf dieser Reise.Wir wollen ausprobieren, wie haltbar und schmackhaft dieser Jahrhunderte alte Standard der Seemannsküche ist.
Als erstes Gericht haben wir klassischerweise Labskaus ausgewählt.
Das Fleisch haben wir zunächst 30 Min. im Schnellkochtopf gekocht und dann in kleine Stücke geschnitten.
Die Kartoffeln werden dann in dem Fleischwasser weich gekocht und anschließend zerstampft.
In der Pfanne werden dann die Zwiebeln angeschmort und das kleingeschnittene Fleisch hinzugegeben. Mit der Flüssigkeit von den Gewürzgurken und der rote Beete noch einmal ca. 15 min. einkochen lassen und danach mit dem Kartoffelbrei vermischen. Klein geschnittene Gewürzgurken dazu, Spiegeleier braten und Rollmöpse dazu. Fertig ist das köstliche Seemannsmahl!
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