Wir verlassen unwillig am Sonntag, 21.08.16, 0730 Uhr, den Hafen von Kloster. Es ist ungemütlich und unglaublich neblig. Zum ersten Mal sind wir froh unsere Karten digital auf dem iPad zu haben, weil in den engen Tonnenwegen die Tonnenpaare soweit auseinander stehen, dass wir im Nebel das jeweils nächste nicht erkennen können. Nach ca. einer Stunde runden wir die Untiefe nördlich von Hiddensee, der Himmel reißt auf und wir setzen den Pinnenpiloten, legen uns ins Cockpit in die Sonne und motoren gegenan Richtung Darßer Ort, den wir gegen 1330 Uhr erreichen.
Die Ansteuerung ist unproblematisch, die Rinne gut betont, auch wenn drei Meter neben dem Schiff, die Möven im Wasser stehen. Beim Einlaufen sind wir das einzige Schiff. Wir fangen eine der ausgelegten Heckbojen mit unserem großen Hacken und liegen idyllisch in dem geschützten Hafen, der fast wie ein Binnensee wirkt.
Der Hafenmeister ist morgens zwischen 0700 und 0900 Uhr anwesend und man muss den Hafen auch bis 0900 Uhr verlassen haben. Neben den verträglichen € 13.-- Liegegebühren muss ein Grund für den Notstopp angeben werden: "Meine Frau wollte nicht mehr weiter, was soll ich sagen, Meuterei?"
"Nein", meint der Hafenmeister, "das nennen wir Erschöpfung der Crew! Gute Fahrt und bis zum nächsten Mal."Sehr sympathisch und problemlos.
Abends kochen wir uns aus unserem Pökelfass ein leckeres asiatisches Rindfleisch und gehen früh schlafen. Wir schrecken noch einmal kurz hoch, als ein motorloser Schärenkreuzer uns beim Anlegen am Heck rammt. Passiert ist nichts, die Nacht verbringen wir unter Moskito Vollschutz.
Um 0730 laufen wir mit Ziel Warnemünde aus.
Nach Rundung der Nordspitze Darßer Ort können wir 215° hart am Wind halten und segeln bei hervorkommender Sonne dicht unter der Küste in Richtung Warnemünde. Die See ist voller Blaualgen, deren Teppiche teilweise so hell erscheinen, dass wir glauben auf Sandbänke zu zu fahren. Die Höhe der See nimmt stetig zu und die letzten zwei Stunden können wir den Kurs nicht mehr halten, nehmen wir die Genua weg und motoren unter Groß und heftigem Geschaukel auf die Marina Hohe Düne zu.
Fest auf unserem üblichen Platz gegen 1400 Uhr.
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