Walkmaer

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Donnerstag, 11. August 2016

Der Wind bestimmt die Richtung


Um 9.00 Uhr haben wir am Mittwoch, 10.08.16, in Vejrö abgelegt. Den meisten der deutschen Yachten steht die Heimreise gegen einen Westwind mit über 20 kn bevor. Dem entsprechend wenig Boote laufen aus. Das übliche Bild: Die Skipper stehen in kleinen Gruppen auf den Stegen, gucken in die Wolken und kratzen sich am Kinn.

Unser Ziel ist Vordingborg - unangenehm genug - aber den Wind von Achtern. Wir binden ein Reff ins Groß, legen einen tadellosen Ableger hin, setzen das Groß noch im Vorhaben und gehen sofort nach der Ausfahrt auf Kurs.



Die Seen sind gigantisch. Wir riggen ein Bullenstander und laufen nur unter gerefftem Groß bis zu 8,5 kn im Surf. Diese Besegelung fordert konzentriertes Steuern, weil der ungünstige Segeldruckpunkt uns ständig nach Luv schlagen will. Aber das Segel steht sehr ruhig, nichts flattert, das Rick wird nicht belastet und wir sind schnell. 

Es ist lause kalt, schönes Segeln ist anders, sagt die Bordfrau.

Wir erreichen die Vordingbord Brücke in gut 2,5 Std. Unterwegs sammeln wir noch den englischen Einbandsegler ein, der fast eine Stunde vor uns abgelegt hatte. 

Hinter der Brücke queren wir das verkrautete Flach Richtung Vordingborg; Gott lob unter Segeln, ohne uns wieder den Wärmetauscher zu verstopfen. Das hatten wir hier schon vor fünf Jahren bei der letzten Durchfahrt. 

Beim Anlaufen legt der Wind freundlicherweise noch einmal zu und wir laufen bei gut 25 kn Wind in einem vollkommen überfüllten Hafen ein. Anleger bei denen man froh ist, dass eine Haftpflichtversicherung besteht. 

Wir finden eine Box, die mit Wind von hinten und Rückwärtsgang auf Halbgas anlaufen können. Anleger klappt geschmeidig. 

Das Wetter  bleibt fies. Kurze Windstille mit fünf Minuten Sonnenschein wechseln sich ab mit 25 kn Windböen und kurzen Schauern. Der Wind hat eine irgendwie hinterhältige Qualität, die wir jetzt nach dem dritten Tag anfangen, persönlich zu nehmen. Überall liegen deutsche Yachten mit bis zu fünf Hafengebühr-Stickern von Vordingborg am Bug, alle genervt und offensichtlich in Zeitnot. 

Wir gehen bummeln, kaufen ein und kochen uns gefüllte Paprikaschoten mit Rosmarinreis. Nach zwei Gin zum Nachtisch fallen wir todmüde ins Bett.

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